Goodbye

Oma

Wie nimmt man Abschied von jemanden, der immer da war solange man sich zurueckerinnern kann? Auch wenn 99 Jahre ein wahrhaft biblisches Alter ist, werde ich Oma anders in Erinnerung haben. Juenger irgendwie. Ich kann es nicht erklaeren. Oma hat Feste immer gefeiert wie sie fielen.

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Nach dem Motto „kommt man ueber den Hund, kommt man ueber den Schwanz“, wurde alles angepackt, was das Leben einem so vor die Fuesse geworfen hat. Nuetzt ja nischt sich darueber zu beschweren, davon ist es auch nicht besser geworden. Und wer 99 Jahre alt wird hat sicherlich auch dunkle Zeiten erlebt. Trotzdem werde ich mich am meisten an ihre lustige Art erinnern und nach einem kleinen Absacker wurde dann schon mal „Lott is‘ tot“ gesungen. Was jedem Aussenseiter sicherlich makaber vorkommen mag. Mich bringt es immernoch zum lachen. „Polnische Kriegslieder“ wuerde Pedde das wieder nennen….

Nachdem ich nicht auf der Beerdigung sein konnte, bleibt mir nichts anderes uebrig als durch alte Fotos zu kramen und mich an all die schoenen Dinge zu erinnern und die ein oder andere Traene zu vergiessen. Wer von uns 6 Enkelkindern wird sich nicht noch an Zuckerei erinnern oder die 2 Wuerstchen auf dem Salzgittermarkt, die es immer Freitags gab. Oder die Ausfluege zum Robin mit der Riesencurrywurst oder der Einkauf beim Edeka, wo es dann Amerikaner oder einen Schwarz-Weiss Keks gab.

Wie wir immer Oma’s Wohnung auf den Kopf gestellt haben und aus den drei Matratzen, einem Schrubber, 2 Decken, etlichen Laken und ca. 100 Waescheklammers eine Hoehle gebaut haben, die Oma dann wieder abbauen durfte. Die Gute-Nacht Geschichte mit den „Drei kleinen Sternchen“ oder das Gurgeln der Kaffeemaschine morgens, weil der Tag mit einer Tasse guten Kaffee begonnen werde musste, der jedem 30-jaehrigen noch Herzklabastern verpasst haette. Eine Tasse Kakao und eine Honigstulle hat auf einen gewartet sobald man aus dem Bett gestolpert kam. Wir drei „Kleinen“ haben unseren ersten verduennten Kaffee oder Karokaffee aus Oma’s bunten Mokkataesschen getrunken und uns um den „Baller“ im Broetchen gestritten.

Oder dass Oma uns immer zum Bus gebracht hat, egal ob es geregnet oder geschneit hat. Besuche bei Oma waren ein Abenteuer und als Belohnung gabs zum Abendbrot eine Butterstulle mit Gesichtswurst und die Tagesthemen. Egal, ob man gerade vor 5 Minuten noch mit Kissen nach dem anderen geworfen hat, Oma’s Schreibtischutensilien mit Nicht-Abwaschbarere schwarzer Tinte zum Postamt umfunktioniert hat oder saemtliche Knoepfe auf ein Kissen genaeht hat. Jedes nochso zweifelhaft-schoene Kunstwerk wurde bewundert und in den Schrank gestellt (ich errinnere da nur an Clarissa’s selbstgebastelter, schraeger Wiege oder selbstverfasster Briefe mit aufgeklebten Muscheln und Plastikballons, die man sich vorher von den neuen Hausschuen gerissen hat🙂 ).

Ich hoffe der freche Floh hier wird sich auch an Oma erinnern koennen. Wenn nicht, dann werden wir beim naechsten Famillientreffen wieder die „alten Geschichten“ rausholen, die wir immer erzaehlen, wenn wir uns alle wiedersehen….

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Die „Sturmhaare“ und die Ohren🙂 hat sie auf jeden Fall von Oma….

Oma und ich

Was fuer eine turbulente Enkelscharr und Familie sie immer unter einen Hut bekommen hat….

Die glorreichen Drei

Antje, Pedde und Patricia

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